"Bedarfsorientierte Betreuung" ab Corona-Inzidenz von 165

Ein Bobby-Car steht vor einem Spielgerät.
Symbolfoto: Sven Prillwitz

Die Kindertagesstätten im Märkischen Kreis bieten ab Montag, 26. April, eine "bedarfsorientierte Notbetreuung" an. Anspruch darauf haben nur Eltern, die berufstätig sind und keine andere Betreuungsmöglichkeit haben oder deren Kinder besonders schutz- bzw. betreuungsbedürftig sind. Diese Regelung für Nordrhein-Westfalen ergänzt die Vorgaben des neuen Infektionsschutzgesetzes, auch bekannt als "Corona-Notbremse".

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 165, müssen die Kitas in NRW in den Notbetrieb wechseln. Das ist im Märkischen Kreis auch weiterhin der Fall. Im Notbetrieb bleibt es bei der um zehn Stunden pro Kind und Woche verkürzten Betreuungszeit und der Einteilung in feste Gruppen. Anspruch auf die Notbetreuung haben folgende Kinder und Familien:

  • Kinder, für die der Besuch einer Betreuungseinrichtung aus Gründen des Kinderschutzes erforderlich ist (zum Beispiel als Folge einer Entscheidung des Familiengerichts)
  • besondere Härtefälle (in Absprache mit dem Jugendamt)
  • Kinder aus belasteten Lebenslagen und mit erhöhtem Betreuungsbedarf. Die Betreuungseinrichtungen sprechen diese Familien gezielt an.
  • Kinder mit Behinderungen
  • Kinder, die im Sommer eingeschult werden

Auch berufstätige Eltern können die Notbetreuung in Anspruch nehmen. Voraussetzung dafür: Sie haben keine anderweitige Möglichkeit, ihre Kinder währenddessen betreuen zu lassen, etwa durch Verwandte. In diesem Fall müssen Eltern die Notbetreuung schriftlich bei der jeweiligen Kita in Form einer sogenannten "Eigenerklärung" anmelden - und zwar jede Woche. Ein entsprechendes Musterformular findet sich unten als Download-Datei.

Darüber hinaus sollen die Erzieherinnen und Erzieher mindestens einmal pro Woche Kontakt zu denjenigen Mädchen und Jungen aufnehmen, für die die Notbetreuung nicht infrage kommt.

Mehr Kinderkrankentage und möglicher Verzicht auf Kita-Gebühren

"Bitte bringen Sie Ihre Kinder nur, wenn es unbedingt erforderlich ist", appelliert Joachim Stamp in einem Schreiben an alle Eltern mit kleinen Kindern. Darin weist der NRW-Familienminister auch darauf hin, dass die Anzahl der sogenannten Kinderkrankentage von 20 auf 30 pro Elternteil bzw. von 40 auf 60 für Alleinerziehende erhöht worden sind. Außerdem stellt Stamp in Aussicht, dass Eltern für zwei Monate die Kita-Gebühren erlassen werden könnten - als Ausgleich für den seit Monaten eingeschränkten Kita-Betrieb.

Erst wenn der Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 165 liegt, wird der Notbetrieb in den Kitas aufgehoben. Dann gilt wieder der einschränkte Regelbetrieb.

Lüdenscheid, 23. April 2021