Lüdenscheider Feuerwehr im Dauereinsatz

Starkregen und Hochwasser lösen zahlreiche Einsätze aus

Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Lüdenscheid.
Foto: Sven Prillwitz

Unwetter und über Stunden anhaltender Starkregen haben am Mittwoch, 14. Juli, an mehreren Stellen im Lüdenscheider Stadtgebiet für Hochwasser und Überschwemmungen gesorgt. Die haupt- und die freiwillige Feuerwehr der Stadt Lüdenscheid waren seit den frühen Morgenstunden und bis spät in die Nacht mit sämtlichen verfügbaren Kräften im Einsatz. Ein schwimmender Gastank und die Überschwemmung eines Schlosses stellten die Brandbekämpfer vor besonders brisante und schwierige Aufgaben.

"Wir hatten alle Hände voll zu tun und mussten Prioritätenlisten abarbeiten. Dabei ging es vor allem darum, Menschen zu retten, Straßen zu sichern und zu verhindern, dass gefährliche chemische Stoffe mit dem Hochwasser aus Firmen gespült werden", sagte Feuerwehr-Chef Christopher Rehnert am späten Mittwochabend. "Daher bitten wir um Verständnis dafür, dass wir immer nicht sofort zur Stelle sein konnten, wenn uns der nächste mit Wasser vollgelaufene Keller gemeldet wird." Gegen 23 Uhr stellte der Großteil der Brandbekämpfer das Auspumpen von Kellern ein.

"Teilweise steht das Wasser noch auf den Straßen und läuft direkt wieder in die Gebäude. Das bringt leider nichts mehr", so Rehnert. Außerdem müssten die Einsatzkräfte, die teilweise seit 5.30 Uhr im Dienst waren, sich ausruhen, Die Feuerwehr werde den Dienst am Donnerstagmorgen wieder aufnehmen. Bis dahin werde ein kleines Aufgebot kritische Infrastruktur wie Straßen und Rettungswege weiter freiräumen und sichern, so Rehnert weiter.

Überschwemmung im Schluss Neuenhof

Besonders gefordert war die Feuerwehr am Schloss Neuenhof. Hier war die Elspe am frühen Nachmittag über das Ufer und schließlich in den Innenhof des Schlosses geflossen. Obwohl die Feuerwehr laut Rehnert Sandsäcke und Bohlen einsetzte, ließ sich das Wasser nicht aufhalten und drang in den Keller und weitere Teile des Gebäudes ein.

Die Bewohner mussten evakuiert werden. Auch an der Verse mussten Menschen ein Haus verlassen, weil ein dahinterliegender Hang wegen der herabstürzenden Wassermassen abzusacken und Gebäude mit sich zu reißen drohte.

Gastank droht in Brügge zu explodieren

Explosionsgefahr bestand sogar am frühen Abend in Brügge. Hier war die Volme über das Ufer getreten und hatte die B229/Volmestraße überschwemmt, die daraufhin abgesperrt werden musste. Die Wassermassen rissen schließlich einen Gastank mit sich, der hinter einem Wohnhaus stand. Rund 500 Meter trieb der Behälter auf dem Hochwasser, ehe er sich an einer Brücke verfing. Weil die Gasleitung zu dem Wohnhaus gerissen war, strömte etwa eine Stunde lang Flüssiggas aus.

"Das war eine gefährliche Situation. Es hätte zu einer Explosion kommen können", sagte Rehnert. Die Feuerwehr ließ im Umkreis von rund 300 Metern alle Wohnhäuser räumen. Die Bewohner durften erst in die Häuser zurückkehren, nachdem per Messung sichergestellt worden war, dass sich das Gas verflüssigt hatte.

Feuerwehr bedankt sich bei Unterstützern

An zwei Stellen im Stadtgebiet mussten die Einsatzkräfte darüber hinaus Menschen aus Autos befreien, die vom Hochwasser mitgerissen worden waren.

Im Namen der Feuerwehr bedankte sich Christopher Rehnert am Mittwochabend bei den vier Löschzug-Besatzungen, die zur Unterstützung aus anderen Kreisen nach Lüdenscheid ausgerückt waren. Der Feuerwehr-Chef sprach auch dem Ordnungsamt der Stadt Lüdenscheid, dem Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL), dem Technischen Hilfswerk (THW) sowie dem DRK Lüdenscheid seinen Dank für die umfangreiche Hilfe - unter anderem bei Straßensperren und der Versorgung der Einsatzkräfte - aus.

Lüdenscheid, 15.07.2021