Betriebliche Kinderbetreuung soll zeitnah starten

Betreuungskräfte bekommen viel Gestaltungsspielraum

Die Beteiligten vor der zukünftigen Tagespflegestelle an der Ida-Gerhardi-Schule
Für die Realisierung der Kinderbetreuung arbeiten unter anderem der Fachdienst Jugendamt - Besondere Dienste, der Personalrat und die Gleichstellungsbeauftragte zusammen. Foto: Merle Stickdorn

Um als Arbeitgeber für Eltern attraktiver zu werden, plant die Stadt Lüdenscheid, eine betriebliche Kinderbetreuung für Beschäftigte der Verwaltung einzurichten. Dafür wird aktuell die ehemalige Hausmeisterwohnung an der Ida-Gerhardi-Schule umgebaut. Noch im Herbst sollen die Räumlichkeiten fertiggestellt werden. Sobald die beiden unbefristeten Stellen mit qualifizierten Betreuungskräften besetzt sind, kann die Tagespflegestelle eröffnen.

"Die kommenden drei Jahre dienen als Erprobungsphase", erklärt Marco Malcherek-Schwiderowski, Leiter des Fachdienstes Jugendamt - Besondere Dienste. "Diese Zeit werden wir nutzen, um den tatsächlichen Bedarf an Betreuungsplätzen zu ermitteln und Erfahrungen zu sammeln. Wir wollen dazulernen, um dann gegebenenfalls noch Anpassungen vorzunehmen."

Die Betreuung soll in Form einer "Großtagespflegestelle" erfolgen, in der zwei Fachkräfte bis zu neun Kinder gleichzeitig betreuen dürfen. Bis zu 15 Betreuungsverträge sind bei entsprechender Teilzeitregelung möglich. Die Plätze werden vorrangig an Kinder zwischen einem und drei Jahren vergeben. Kinder ab drei sollen in einer allgemein zugänglichen Kita unterkommen. Ein Platz wird auch für ein Kind unter einem Jahr zur Verfügung stehen.

Die Eltern zahlen für die Tagespflege die gängigen Beiträge. Ein Vorteil ergibt sich für sie daraus, dass ihre Kinder nahe am Arbeitsplatz untergebracht sind und die Betreuungszeiten gut auf die Arbeitszeiten abgestimmt werden können.

Standort an der Ida-Gerhardi-Schule

"Hier auf dem Ida-Gerhardi-Campus mit der bereits bestehenden Kita und der Grundschule sind wir bestens vernetzt", sagt Matthias Reuver, Leiter des Fachbereichs Jugend, Bildung und Sport. "Der Standort ist für uns ideal."

Die neue Großtagespflegestelle bietet knapp 120 Quadratmeter Platz. Sie verfügt über einen großzügigen Eingangsbereich mit Platz für die Garderobe und eine Besprechungsecke für Eltern, eine Wohnküche, einen Schlafraum, einen Wickelraum und ein weiteres Zimmer, das als Rückzugsort und Spielzimmer dienen soll. "Mitte Oktober wird der Boden geliefert", sagt Architektin Cornelia Amtenbrink. "Auch der Außenbereich wird sich noch verändern. Wir werden unter anderem einen Zaun ziehen und einen Sandkasten anlegen." Für den Umbau fallen Kosten in Höhe von 195.000 Euro an, von denen ein großer Teil über Fördermittel abgedeckt ist.

Noch haben die zukünftigen Betreuungskräfte Gestaltungsspielraum in Bezug auf die weitere Einrichtung und die Spielmöglichkeiten. "Die Erzieherinnen und Erzieher haben hier die seltene Chance, ihre eigenen Schwerpunkte zu setzen", so Stefanie Dittmar, Fachberaterin für Kindertagespflege im Jugendamt - Besondere Dienste.

Lüdenscheid, 29. September 2021