Lüdenscheid beteiligt sich erneut an den "Orange Days"

Franziska Eicker, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lüdenscheid, und Bürgermeister Sebastian Wagemeyer halten eine Flagge, auf der "Wir sagen nein zu Gewalt gegen Frauen" zu lesen ist.
Hoffen auf viele Unterstützer der "Orange Days": Die Gleichstellungsbeauftragte Franziska Eicker und Bürgermeister Sebastian Wagemeyer. Foto: Sven Prillwitz

Mit dem "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen", der am Donnerstag, 25. November, begangen wird, beginnen die "Orange Days": 16 Tage lang werden auch in Lüdenscheid mehrere öffentliche Gebäude und Plätze orangefarben beleuchtet. Damit möchte die Stadtverwaltung erneut ein Zeichen gegen häusliche Gewalt setzen. "Das ist weiterhin dringend notwendig", sagt Franziska Eicker. Die Gleichstellungsbeauftragte verweist darauf, dass die Zahl der Übergriffe in den eigenen vier Wänden in Nordrhein-Westfalen deutlich zugenommen habe.

Insgesamt 29.155 Fälle von häuslicher Gewalt wurden der Polizei in NRW laut Bericht des Landeskriminalamts im Jahr 2020 gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In sieben von zehn Fällen waren die Opfer weiblich. Bei 64,8 Prozent der Straftaten handelte es sich um vorsätzliche einfache Körperverletzung, gefolgt von gefährlicher und schwerer Körperverletzung (14,3 Prozent). Die Statistik listet 44 Menschen auf, darunter 29 Frauen, die von ihrem Partner getötet wurden. Weitere 56 Personen wurden zudem Opfer eines versuchten Mordes bzw. Totschlags.

"Häusliche Gewalt ist und bleibt ein großes Problem - vor allem für Frauen", sagt Franziska Eicker. Die Gleichstellungsbeauftragte spricht von einem globalen Problem, das sich während der Corona-Pandemie und den Einschränkungen für das öffentliche Leben noch zusätzlich verschlimmert habe. Umso wichtiger sei es, dass Betroffene sich Hilfe suchen. Das allerdings sei leichter gesagt als getan. "Viele Gewalttaten werden gar nicht zur Anzeige gebracht, sei es aus Scham, aus Angst oder weil Opfer nicht wissen, an wen sie sich wenden können", verweist Eicker auf die hohe Dunkelziffer bei Fällen von häuslicher Gewalt.

Die Farbe Orange steht symbolisch für Kraft und Widerstand gegen Missstände

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und die "Orange Days" sollen Betroffenen Mut machen, ein Zeichen gegen Gewalt setzen und auf Hilfsangebote wie etwa Frauenhäuser oder das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" aufmerksam machen. Die Farbe Orange steht dabei symbolisch für Kraft und Widerstand gegen Missstände. "Jeder kann sich an der Aktion beteiligen - beispielsweise durch das Tragen eines orangefarbenen Kleidungsstücks", hoffen Eicker und Bürgermeister Sebastian Wagemeyer auf möglichst viel Unterstützung.

Die erhält die Stadt Lüdenscheid auch in diesem Jahr von den Soroptimistinnen. Der Club sorgt ebenso wie zwei Kirchengemeinden zusammen mit der Verwaltung dafür, dass folgende Gebäude und Plätze in Lüdenscheid bis einschließlich 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, mit orangefarbenem Licht angestrahlt werden:

  • Graf-Engelbert-Platz
  • Unterführung am Sauerfeld
  • Erlöserkirche
  • Fenster des Kulturhauses
  • Evangelische Johanneskirche Lüdenscheid
  • Fenster im Gemeindehaus Maria Königin, katholische Pfarrei St. Medardus

Darüber hinaus werden das Büro von Bürgermeister Sebastian Wagemeyer vom 24. bis 26. November und der Turm der Phänomenta vom 25. bis einschließlich 28. November beleuchtet.

Lüdenscheid, 24. November 2021

Lüdenscheids Gleichstellungsbeauftragte Franziska Eicker spricht über häusliche Gewalt