Talbrücke Rahmende: Schäden deutlich schwerer als gedacht

Blick von der Altenaer Straße auf die Talbrücke Rahmede.
Die Talbrücke Rahmede kann auch für den Pkw-Verkehr nicht mehr genutzt werden. Immerhin ist das marode Bauwerk laut Autobahn GmbH aber nicht einsturzgefährdet. Foto: Sven Prillwitz

Die Talbrücke Rahmede weist derart gravierende Schäden auf, dass das Bauwerk dauerhaft gesperrt bleiben muss - auch für Pkw. Das hat die Autobahn GmbH des Bundes am Freitag, 7. Januar, mitgeteilt. Die Brücke soll jetzt schnellstmöglich abgerissen und an derselben Stelle neu gebaut werden. Das fordern auch Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer und Landrat Marco Voge. Beide drängen zudem auf schnelle Unterstützung für Anwohner und Gewerbetreibende.

Das Stahlgerüst der Talbrücke weist nach Angaben der Autobahn GmbH nicht nur Verformungen und Beulen an mehreren Stellen auf, sondern auch erhebliche Korrosionsschäden und Risse. Das hätten Auswertungen ergeben, die Statiker in den vergangenen Wochen vornahmen. Die Konsequenz: Das Bauwerk dürfe unter gar keinen Umständen mehr befahren werden. Damit sind auch die Pläne vom Tisch, die Brücke mit Stahlplatten zu verstärken, um sie zumindest für Pkw wieder befahrbar zu machen.

"Das ist eine Katastrophenmeldung für die Menschen, Speditionen und die Wirtschaft in der Region", sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Leiterin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH, am Freitag. Die mit der Vollsperrung der A45 beschäftige Expertenkommission der Autobahn GmbH verfolge nun "mit Hochdruck" das Ziel, die marode Brücke abzureißen und "an derselben Stelle eine neue Brücke zu bauen".

Autobahn GmbH: Einsturzgefahr besteht nicht

Zeitfenster dafür konnte Braksiek-Sauerwein noch nicht nennen: "Wir prüfen die möglichen Verfahren jetzt schnellstmöglich." Das Bundesverkehrsministerium sei bereits über den neuen Stand informiert. Immerhin: Einsturzgefährdet sei die Talbrücke Rahmede nicht, solange sie nicht belastet werde. Eine Sperrung der Altenaer Straße sei nach Angaben der Statiker daher nicht erforderlich.

"Das verbessert unsere Situation hier in Lüdenscheid natürlich überhaupt nicht", sagte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer. "Immerhin haben wir aber jetzt eine klare Perspektive, die wir als Chance sehen müssen." Weil die Brücke jetzt definitiv abgerissen werden muss, könne an derselben Stelle und innerhalb der alten Trasse ein Neubau entstehen. Das sollte den Bauprozess erheblich beschleunigen.

Wagemeyer regt Aufbau von Lärnmschutzwänden an

Wagemeyer forderte außerdem erneut "umfassende und umgehende Unterstützung" für die von der Vollsperrung besonders stark betroffenen Anwohner, die entlang der Umleitungsstrecken wohnen. Eine Möglichkeit könne die Errichtung von Lärmschutzwänden sein.

Auch Marco Voge drängte auf einen schnellen Abriss und Neubau der Talbrücke. Der Landrat erinnerte erneut daran, dass die Region Südwestfalen einer der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands sei - und die Vollsperrung der A45 ein untragbarer Zustand. "Auch andere Talbrücken müssen so schnell wie möglich untersucht werden, um ausschließen zu können, dass auch hier schwere Beschädigungen vorliegen", so Voge.

Außerdem forderte er Bund und Land dazu auf, nach Möglichkeiten zu suchen, den Gütertransport verstärkt "auf die Schiene zu bringen" und hierfür das Gespräch mit der Deutschen Bahn zu suchen. Das durch das Hochwasser beschädigte Gleisbett auf der Strecke zwischen Lüdenscheid und Hagen solle ebenfalls schnellstmöglich wieder instandgesetzt werden, damit die Volmetalbahn "endlich wieder freie Fahrt" habe.