Mehr Durchfahrtsverbote für Lkw

Vollsperrung der A45: Städtische Verkehrsplaner stellen Maßnahmen vor

Stau auf einer Landstraße.
Vor allem auf den Umleitungsstrecken staut sich der Verkehr seit der Vollsperrung der A45 bei Lüdenscheid. Foto: Guido Raith

Mehr Verkehrskontrollen, mehr Beschilderung und vor allem mehr Durchfahrtsverbote für Lkw: Der Fachdienst Verkehrsplanung und -lenkung der Stadt Lüdenscheid hat am Montag, 24. Januar, in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) Maßnahmen vorgestellt, mit denen der Verkehrsfluss im Stadtgebiet nach der Vollsperrung der A45 weiter optimiert werden soll.

Die Vollsperrung der maroden Talbrücke Rahmede und der A45 führen seit Anfang Dezember zu einem immens erhöhten Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet, vor allem auf den Umleitungsstrecken und benachbarten Nebenstraßen. Die Folge seien "unzumutbare und existenzbedrohende Auswirkungen auf alle Bereiche des städtischen Lebens und der gesamten Wirtschaft in Südwestfalen", sagte Nina Niggemann-Schulte am Montag. Die Verkehrsplanerin sprach zudem von "unzumutbaren Belastungen für das gesamte Straßennetz" und Anwohner.

Die dringlichste Aufgabe bestehe darin, den "massiven Schwerlastverkehr" von Wohngebieten und schmalen Straßen fernzuhalten. Dabei sollen vor allem "Lieferverkehr frei"-Schilder helfen: Diese erlauben Lkw die Nutzung einer Straße lediglich, um Waren bei einer dort ansässigen Firma anzuliefern oder abzuholen. Die Hinweisschilder sollen vor allem in den Stadtteilen Dickenberg, Eggenscheid, Gevelndorf und Wehberg sowie an der Brüderstraße aufgestellt werden - und damit in direkter Nähe der Autobahn-Bedarfsumleitung.

Neue Regelung für Lkw an der Lennekreuzung

Ein weiteres Lkw-Durchfahrtsverbot kündigte Niggemann-Schulte für die Lennekreuzung an: Lastkraftwagen sollen von der Lennestraße kommend künftig nur noch nach rechts auf die Altenaer Straße abbiegen dürfen, sofern sie in Lüdenscheid keine Waren anliefern oder abholen. Ein entsprechendes Verkehrsschild soll in Kürze aufgestellt werden. Generell sollen die Kennzeichnungen der Umleitungsstrecke "weiter optimiert werden".

Ein Blick auf die gesperrte und verwaiste Talbrücke Rahmede.
Die marode Talbrücke Rahmede ist seit dem 2. Dezember gesperrt. Die tragende Stahlkonstruktion weist an zahlreichen Stellen Verformungen auf sowie Risse und Korrosionsschäden. Foto: Susanne Schlenga/Autobahn GmbH

Außerdem soll demnächst auf der Altenaer Straße von der Lennekreuzung bis zur Einmündung "Im Grund" sowie auf der gesamten Straße "Im Grund" Tempo 50 gelten. Dadurch solle die Lärmbelastung für Anwohner reduziert und der Verkehr "homogenisiert" werden.

Weitere Maßnahmen:

  • Ordnungsamt und Polizei kontrollieren vermehrt die Geschwindigkeit und die Einhaltung der Durchfahrtsverbote für Lkw.
  • An der Kreuzung Altenaer Straße/"Im Grund" wird demnächst eine mobile Ampelanlage installiert, die die Übergangslösung mit der abknickenden Vorfahrtstraße ersetzt.
  • Die Verkehrsplaner haben diverse Navigationsdienstleister auf die Situation in Lüdenscheid hingewiesen und darum gebeten, Verkehrsteilnehmer direkt über die Bedarfsumleitung zu führen. Zudem sollen Online-Systeme zur regionalen Koordinierung von Baustellen verstärkt eingebunden werden.
  • In Gesprächen mit weiteren städtischen Fachdiensten, aber unter anderem auch mit der Autobahn GmbH, dem Landesbetrieb Straßen.NRW und der Deutschen Bahn setzen sich die Verkehrsplaner für weitere Verbesserungen ein.
  • Die Pressestelle der Stadt Lüdenscheid richtet auf der städtischen Homepage eine Sonderseite zur Vollsperrung der A45 ein. Auf dieser "Landing Page" sollen alle Informationen zur Sperrung, zu Umleitungen, Maßnahmen, etc. veröffentlicht und aktualisiert werden.

Nach Angaben des Landesbetriebs Straßen.NRW werden 60 bis 70 Prozent des Fernverkehrs großräumig umgeleitet. Dennoch rollen täglich rund 23.000 Fahrzeuge von der Autobahn kommend durch Lüdenscheid. Bei etwa 6500 davon handle es sich um Lkw. Der Großteil sei lediglich auf der Durchreise, während nur etwa 1500 Lastkraftwagen Ziele in Lüdenscheid ansteuerten, sagte Niggemann-Schulte.

Lüdenscheid, 27.01.2022