Talbrücke Rahmede wird zum Street-Art-Objekt

A45: Sebastian Wagemeyer lobt Botschaft der Kunstaktion

Ein Luftbild zeigt einen Blick auf die Talbrücke Rahmede und die Botschaft, die die Künstler dort aufbrachten.
Ein Video zeigt die Entstehung des Kunstwerks. Dieser Screenshot stammt daraus.

Auf der Fahrbahn der gesperrten Talbrücke Rahmede prangt seit dem Wochenende in riesigen weißen Lettern der Satz "Lasst uns Brücken bauen". Das dafür verantwortliche Künstlerkollektiv möchte damit nach eigenen Angaben gleich in dreifacher Hinsicht ein Zeichen gegen Spaltung und für Zusammenhalt setzen. Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer spricht von einem "grandiosen Zeichen" in einer schwierigen Zeit.

Am Sonntag, 27. März, hat der Verein "Willi & Söhne" ein Making-of-Video der Aktion bei YouTube hochgeladen. In der Erklärung dazu heißt es: "Es herrscht Krieg in Europa. Millionen Menschen verlieren ihre Heimat und ihr Zuhause. Zu viele von ihnen auch ihr Leben. Die Pandemie hinterlässt eine zutiefst gespaltene Gesellschaft, in der die Stimmen von Faschisten und Demokratiefeinden immer lauter werden. Und in unserer Region sind nahezu alle Unternehmen und unzählige Menschen durch die gesperrte Rahmedetalbrücke in ihrer Existenz bedroht."

Die Aufforderung, Brücken zu bauen, beziehe sich auf alle drei Themenfelder. Als ein Zeichen "gegen Krieg, gegen Spaltung und für ein Miteinander", heißt es in dem kurzen Text weiter. Nach Angaben der Künstler handelt es sich um "eine der größten Street-Art-Installationen der Welt". Die Fahrbahn der Autobahn-Brücke sei über eine Länge von rund 300 Metern und auf einer Gesamtfläche von etwa 6000 Quadratmetern bemalt worden. Neben der Aufforderung hat das Kollektiv noch eine Ukraine-Flagge, die das Peace-Zeichen zeigt, sowie den Schriftzug "#brideplease" aufgemalt.

Wagemeyer: "starkes Signal der Menschlichkeit"

Gesetzeskonform sei die Aktion zwar nicht, sagt Sebastian Wagemeyer. Lüdenscheids Bürgermeister stellt aber das in den aktuell schwierigen Zeiten "ganz starke Signal der Positivität und der Menschlichkeit" in den Vordergrund: "Es gilt jetzt zusammenzurücken. Diesem Wunsch, diesem Appell hat das Künstlerkollektiv in außergewöhnlicher Weise Leben eingehaucht." Mit der Aktion hätten die Macher ein "grandioses Zeichen" gesetzt "für die Menschen in der Region, in der Gesellschaft insgesamt und vor allem auch für die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine". Die Botschaft, die Aufforderung zu einem Miteinander, sei angesichts der aktuellen Krisen wichtiger denn je.

Lüdenscheid, 01. März 2022

Das Making-of-Video zu der Aktion