Bürgermeister Wagemeyer kündigt aktiven Austausch an

Bürgermeister Sebastian Wagemeyer hält bei der Eröffnung des Bürgerbüros eine Ansprache.
Kündigte an, "die Stimme für die Menschen einer ganzen Stadt und einer ganzen Region" sein zu wollen: Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (Mitte). Fotos: Sven Prillwitz

Das Ziel formulierte der Bürgermeister persönlich: Für "Dialog, Transparenz und Kommunikation" soll das "Brückenbauer"-Projekt stehen, sagte Sebastian Wagemeyer am Donnerstag, 28. April, bei der Eröffnung. Das Bürgerbüro, das in den Räumen der Stadtwerke Lüdenscheid zu finden ist, soll die zentrale Anlaufstelle für alle Themen rund um die Vollsperrung der A45 sein. Eines davon ist der Lärmschutz für Anwohner, die entlang der Bedarfsumleitungen wohnen. Diesen Menschen sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing per Videobotschaft Unterstützung zu.

Die Pressemitteilung des Büros im Wortlaut:

Es soll eine zentrale Anlaufstelle für die gesamte Region werden: Heute wurde das Bürgerbüro in Lüdenscheid eröffnet, das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) finanziert wird. Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing: "Wir gehen hier neue Wege, die es in dieser Form in Deutschland noch nicht gegeben hat: Ich habe erstmals einen Bürgerbeauftragten berufen. Ich freue mich sehr, dass Sebastian Wagemeyer meiner Bitte gefolgt ist und diese Aufgabe übernommen hat. Ich wünsche ihm dabei viel Erfolg!"

Der Minister konnte aus terminlichen Gründen nicht vor Ort sein, sendete aber per Videogrußwort eine gute Nachricht nach Nordrhein-Westfalen: "Ich möchte den Bürgerinnen und Bürgern bei Vorkehrungen für den Lärmschutz helfen und plane,  das Bundesfernstraßengesetz anzupassen." Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) hat den Entwurf eines 10. Gesetzes zur Änderung des Bundesfernstraßengesetzes bereits auf den Weg gebracht.

Wissing kündigt Erstattungen für Lärmschutzmaßnahmen an

Das bedeute konkret: Muss eine Bundesfernstraße, für die der Bund zuständig ist, voll gesperrt werden, sollen Eigentümern an ausgewiesenen Umleitungsstrecken, die von Lärm betroffen sind, Aufwendungen für Schallschutzmaßnahmen an ihren Gebäuden erstattet werden. Wissing: "Die Ressortabstimmung wurde bereits eingeleitet. Das Gesetz soll schnellstmöglich in Kraft treten, damit es in Lüdenscheid zügig angewendet werden kann und die Menschen vor Ort entlastet."

Link zum Videogrußwort von Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing: https://bit.ly/3vR8RZZ

Die Videobotschaft von Bundesverkehrsminister Volker Wissing wurde zu Beginn der Pressekonferenz gezeigt, die der offiziellen Eröffnung des Bürgerbüros vorausging.
Die Videobotschaft von Bundesverkehrsminister Volker Wissing wurde zu Beginn der Pressekonferenz gezeigt, die der offiziellen Eröffnung des Bürgerbüros vorausging.

Bürgermeister will "Brückenbauer" sein

Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer freute sich über die gute Nachricht, die Lüdenscheid pünktlich zur Eröffnung des Bürgerbüros erreichte. Wagemeyer: "Als Bürgerbeauftragter werde ich Brückenbauer sein." Im Bürgerbüro solle es vor allem um drei Dinge gehen: Dialog, Transparenz und Kommunikation. Wagemeyer: "Brücken bauen - darunter verstehe ich: Das Team des Bürgerbüros und ich werden auf die Bürgerinnen und Bürger hier in der Region aktiv zugehen mit Informationen darüber, was der Abriss und der Ersatzneubau der Talbrücke Rahmede für das tägliche Leben bedeutet. Und wir werden den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürger darüber suchen, wie wir zusammen handeln können - um den Schock der Sperrung der Talbrücke Rahmede gemeinsam in positive Energie für die Zukunft unserer Region umzuwandeln."

Wagemeyer ist gern der persönlichen Bitte von Bundesminister Volker Wissing nachgekommen, neben seinem Amt als Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid ehrenamtlich die Rolle des Bürgerbeauftragten wahrzunehmen. "Diese Aufgabe bietet mir die Gelegenheit, stellvertretend die Stimme für die Menschen einer ganzen Stadt und einer ganzen Region zu sein. Und es wird keine Stimme sein, die nur 'Ja' sagt", verspricht Sebastian Wagemeyer.

Wagemeyer will "Kräfte der Menschen in der Region bündeln"

Dabei zählt er auf die Unterstützung von Mario Bredow, der das Bürgerbüro verantwortlich leiten wird. Aber auch auf die Unterstützung der Agenturen MitMacht, David&Goliath und siegerbrauckmann, mit ihren jeweiligen Stärken und Expertisen für das Projekt "Brückenbauer". "Wir werden die Kräfte der Menschen in der Region bündeln und gemeinsam handeln, um aus einer schlimmen Situation positive Energie und die richtigen Schlüsse für die Zukunftsfähigkeit der Region, für unser Zuhause, zu ziehen."

Das Logo der "Brückenbauer" findet sich an mehreren Stellen im Gebäude der Stadtwerke und führt Besucher zu den Büros.
Das Logo der "Brückenbauer" findet sich an mehreren Stellen im Gebäude der Stadtwerke und führt Besucher zu den Büros.

Bereits wenige Monate nach der Sperrung der Talbrücke Rahmede zeichnen sich schwierige Zustände für Lüdenscheid und die gesamte Region ab. Als Bürgermeister und als Bürgerbeauftragter strebt Wagemeyer vor allem eines an: schnelle Lösungen. "Wir erwarten alle Anstrengungen, um den Schwerlastverkehr, der diese Stadt und diese Region lediglich als Transitort versteht, umzuleiten. Wir erwarten einen Zeitplan für Sprengung und Ersatzneubau der Brücke, der einer ganzen Region eine Perspektive eröffnet", betont er und freut sich gleichzeitig auf den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Ihnen möchte Wagemeyer eine Stimme geben und diese Stimme in Berlin immer wieder hörbar machen.

Zahlreiche Infos auf der "Brückenbauer"-Homepage

Alle Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, Informationen aus erster Hand zu erhalten - sachlich, transparent und umfassend. Allein dafür hat der Bürgerbeauftragte die Internetseite https://bruecken-bauer.info initiiert.

"Wir werden die Menschen der Region und auch die Unternehmerinnen und Unternehmer einbinden, ihnen zuhören und gemeinsame Perspektiven aufzeigen. Und wir werden Beratungsangebote im Büro schaffen - vom Antrag auf Lärmschutzmaßnahmen bis hin zu wirtschaftlichen Hilfen. Wir werden einen Raum für ihre Fragen schaffen und diese Fragen an den richtigen Orten stellen und Antworten liefern. Brücken bauen. Das wollen wir tun."

Lüdenscheid, 29.04.2022