Angepasste Regelung für Lkw-Verkehr

A45-Vollsperrung: Stadtverwaltung erarbeitet neues Konzept

Ein Lkw passiert auf der Lennestraße eine Hinweistafel für den Straßenverkehr.
Nur der Lkw-Lieferverkehr darf von der Lennestraße nach links auf die Altenaer Straße abbiegen oder geradeaus weiter auf die Rahmedesttraße fahren. Der reine Durchgangsverkehr, der von der A45 kommt, darf an der Lenne-Kreuzung ausschließlich nach rechts abbiegen. Foto: Sven Prillwitz

Die Regulierung des Lkw-Verkehrs ist und bleibt eine der größten Herausforderungen, seitdem die A45 bei Lüdenscheid voll gesperrt ist. Aktuell gilt für die Nebenstrecken der Autobahn-Bedarfsumleitung eine ausgeweitete "Lieferverkehr frei"-Regelung. Daran wird die Stadtverwaltung zunächst noch festhalten. Voraussichtlich ab Ende Mai sollen aber geänderte Vorgaben gelten, die die Transparenz und Praxistauglichkeit verbessern sollen.

"Wir arbeiten an einer gut nachvollziehbaren und langfristigen Lösung, die die Interessen der Anwohner, aber auch der Unternehmen aus der Region berücksichtigt", kündigen der Fachdienst Verkehrsplanung und -lenkung und das Ordnungsamt an. Details können die zuständigen Stellen aber noch nicht nennen, denn: "Das ist ein juristisch hochkomplexes Thema. Bevor wir etwas vorstellen, wollen wir alles sauber geklärt haben." Deswegen bitten beide Stellen noch um etwas Geduld, auch wenn das "vielen Menschen angesichts der schwierigen Verkehrslage verständlicherweise schwerfällt".

Hinzu kommt die Notwendigkeit, zweigleisig zu planen. "Zum einen müssen wir den reinen Durchgangsverkehr, der von der A45 durch Lüdenscheid umgeleitet wird, über die Bedarfsumleitung führen und damit aus dem übrigen Stadtgebiet heraushalten. Das gilt vor allem für den Lkw-Verkehr", erklärt Bürgermeister Sebastian Wagemeyer. "Zum anderen müssen wir zusehen, dass wir die Unternehmen in unserer Stadt und in unserer Region, die ganz besonders unter der Vollsperrung der A45 leiden, nicht zusätzlich durch komplizierte Regelungen belasten."

Lkw-Durchgangsverkehr soll der Umleitungsstrecke folgen

Der reine Lkw-Durchgangsverkehr soll den ausgeschilderten offiziellen Umleitungsstrecken U16 und U39 folgen - und damit aus dem übrigen Stadtgebiet herausgehalten werden. Für sämtliche Straßen, die von der Umleitung abzweigen, weisen derzeit entsprechende Verkehrszeichen ein Lkw-Durchfahrtsverbot aus - inklusive der Ausnahme "Lieferverkehr frei". Das bedeutet: Lastkraftwagen dürfen die Umleitungsstrecke nur dann verlassen, wenn sie innerhalb Lüdenscheid Waren anliefern oder abholen.

Die Einhaltung dieser Regelung überwachen die Polizei und das Ordnungsamt. Während sich Polizisten bei einer Verkehrskontrolle von Lkw-Fahrern unter anderem direkt die Frachtpapiere zeigen lassen, arbeitet das Ordnungsamt mit einem Laser-Messgerät ("Enforcement Trailer"), das nicht nur automatisch Geschwindigkeitsverstöße erfasst, sondern auch vorbeifahrende Lkw. Die Unternehmen erhalten anschließend per Post einen sogenannten Anhörungsbogen und müssen dann schriftlich nachweisen, dass sie Waren in Lüdenscheid an- oder abgeliefert haben.

Anhörungsbögen bedeuten immensen Aufwand

Ein zentrales Problem an dieser Regelung: der immense bürokratische Aufwand - sowohl für das Ordnungsamt als auch für die Speditionen und Firmen. Bereits mehr als 1200 Anhörungsbögen sind seit Ende März fällig, weitere kommen Woche für Woche hinzu. Die Idee, eine "Whitelist" für Unternehmen aus Lüdenscheid und dem Märkischen Kreis einzuführen - also eine Liste, in der sich Speditionen als berechtigter Lieferverkehr ausweisen können -, hat die Stadtverwaltung inzwischen wieder verworfen. Begründung: immer noch zu aufwändig.

Deswegen laufen die Planungen für eine geänderte Regelung zur Regulierung des Lkw-Verkehrs. Sobald das Konzept steht, wird die Verwaltung die Öffentlichkeit und auch die Unternehmen auf sämtlichen zur Verfügung stehenden Kanälen darüber informieren.

Lüdenscheid, 03.05.2022