Foto Huflattich
Huflattich - Tussilago farfara

Schon im Vorfrühling zeigen sich die ersten goldgelben Blütenköpfchen des Huflattichs, je eines auf einem 10 – 15 cm langen Stängel, der mit kleinen Schuppenblättern besetzt ist.

Jedes Blütenköpfchen besteht aus bis zu 300 außen in mehreren Kreisen angeordneten weiblichen Blüten und 30 – 40 in der Mitte stehenden männlichen Blüten. Der Huflattich
ist ein Korbblütengewächs, die Blütenköpfchen werden auch Körbchen genannt. 

Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich die Samen, die wie die Samen des Löwenzahns einen „Fallschirm“ (Pappus) zur Windverbreitung ausbilden. Ergänzend wachsen die Stängel der
Blütenköpfchen während der Fruchtreife zu einer Länge von 30 cm aus, um die „Pusteblume“ mit den fertigen Samen in den Wind zu heben. 

Der deutsche Begriff „Lattich“ bezeichnet allgemein Pflanzen mit großen Blättern: erst nach der Blüte erscheinen die hufförmigen, bis zu 30 cm hohen Blätter des Huflattichs, deren Blattstiele aus den Kriechtrieben am Boden entspringen. Die Blätter erscheinen so spät, da sie sonst die Windverbreitung der Samen behindern würden. 

Der Huflattich ist eine Pionierpflanze auf rutschenden Hängen, verdichteten lehmige Böden und auf Schutt. Die bis zu zwei Meter langen Wurzelausläufer halten den Boden fest, lockern ihn und machen ihn so für andere Pflanzen besiedelbar. auf Schutt trägt der Huflattich zur Bodenbildung bei. 

Auch dem Menschen tut er Gutes: Schon der römische Arzt Pilinius (24 – 79 n.Chr.) erwähnt das „Hustenkraut“ (lateinisch tussis: Husten, agere: vertreiben). Die Blüten liefern ein Heilmittel gegen Erkrankung der Atemwege. 

Schließlich können junge Huflattichblätter als Salatbestandteil verzehrt werden. Sie enthalten viel Vitamin C.