Gewöhnliches Hirtentäschel - Capsells bursa-pastoris

Foto Gewöhnliches Hirtentäschel
Gewöhnliches Hirtentäschel - Capsells bursa-pastoris

Die folgen uns auf dem Fuße, auch wenn wir uns mitunter heftig dagegen wehren: Alteinwanderer (Archaeophyten) werden Pflanzen genannt, die mit der Einführung des Ackerbaus um 4500 v. Chr. nach Mitteleuropa gelangten. Seitdem begleiten sie die Menschen als Ackerwildkraut oder Pflanze der Schutt- und Abfallplätze. Das Hirtentäschel ist eine von ihnen und dadurch inzwischen weltweit verbreitet.
Aus einer am Boden anliegenden Blattrosette erhebt sich der Stängel, an dem die weißen Blüten von unten nach oben erblühen und fruchten. Die Blüten besitzen vier weiße Blütenblätter, die sich kreuzweise gegenüberstehen: Das Hirtentäschel ist eine Kreuzblütengewächs. 

Spätestens beim Erscheinen der herzförmigen Schötchen ist das Hirtentäschel für jedermann erkennbar. 

Das Hirtentäschel kann (fast) das ganze Jahr über keimen, blühen und fruchten, strenge Frostzeiten ausgenommen. Es bevorzugt frische, nährstoffreiche Böden, wie sie hauptsächlich auf Äckern und in Gärten vorliegen. Das bedeutet. dass es für die Art Hirtentäschel günstig ist, Begleiter des Menschen zu sein, das der Mensch ständig (unfreiwillig) offene, nährstoffreiche Böden zur Verfügung stellt. Andererseits kann der Mensch für die einzelne Pflanze der größte
Feind sein, wenn er es als „Un“-kraut jätet. diesem Zwiespalt
unterliegen sämtliche Begleitpflanzen menschlicher Siedlungen. 

Apotheker und Heilkundige sehen das Hirtentäschel aus einem ganz anderen Blickwinkel: Das getrocknete Kraut wird gegen die verschiedensten Beschwerden, hauptsächlich gegen Blutungen aller Art, eingesetzt, wobei sich auch bei Langzeitanwendung keine Nebenwirkungen zeigen. Ist es nun Unkraut oder Heilkraut?