Gewöhnlicher Löwenzahn - Taraxacum officinale

Foto Gewöhnlicher Löwenzahn
Gewöhnlicher Löwenzahn - Taraxacum officinale

Der Wind bringt ihn überall hin, und wo er landet, wächst er an: in Wiesen, auf Äckern und Wegen, in Gärten und selbst in Pflaster- und Asphaltritzen. 

Im Mai bilden Löwenzahnblüten auf nährstoffreichen Wiesen ein gelbes Blütenmeer. Sie öffnen sich allerdings nur bei Sonnenschein, im Dunkeln und bei Regen bleiben sie geschlossen. Das ist sinnvoll, denn dann fliegen keine Insekten, die die Blüten bestäuben können. 

Das lateinische Wort „officina“ bedeutet Apotheke. Alle Kräuter, die den Namenszusatz „officina“ tragen, wurden oder werden noch als Heilkräuter verwendet. Löwenzahntee wird bei verschiedenen Beschwerden verabreicht, Löwenzahn-Presssaft ist Bestandteil von Frühjahrskuren. 

In der Küche werden alle Teile des Löwenzahns verwendet: Aus den vitaminreichen Blättern kann ein gesunder, schmackhafter Salat zubereitet werden, die Blüten dienen der Bereitung von Löwenzahngelee oder Löwenzahnblütenwein, und die Wurzel wurde früher geröstet als Kaffee-Ersatz verwendet. 

Löwenzahn im Rasen ist aber auch – positiv ausgedrückt – die Freude der Kaninchen, nicht unbedingt die des Gärtners. Da er bis zu zwei Meter tiefe Pfahlwurzeln ausbildet, bringt ihn auch mehrmaliges Ausstechen in der Regel nicht um. Auf die Frage eines entnervten Zeitgenossen, wie es denn mit dem Löwenzahn fertig werden könnte, antwortete ein Philosoph und Hobbygärtner: „Machen Sie Löwenzahn zu Ihrer Lieblingsblume!“