Foto Echte Kamille
Echte Kamille - Matricaria chamomilla

Ein Kräuterfreund nimmt eine gelb-weiße Blüte in die Hand, zerreibt sie, hält sie an die Nase und riecht – nichts. In diesem Fall ist es die Blüte einer nahen Verwandten, der Geruchlosen Kamille (Matricaria maritima inodora), die ihren Namen in bezug auf die typischen Kamillengeruch alle Ehre macht. 

Die Echte Kamille ist vor allem am Geruch zu erkennen. Außerdem unterscheiden sich ihre Blütenköpfchen von denen der Geruchlosen Kamille: Der Blütenboden unter den gelben inneren Blüten ist bei der Echten Kamille gewölbt und hohl, bei der Geruchlosen Kamille dagegen flach und mit Mark ausgefüllt. 

Auf die Frage nach einem Heilkraut wird den meisten Menschen als erstes die Kamille einfallen. Ihre Blüten enthalten ätherische Öle, die vor allem entzündungshemmend wirken und sowohl innerlich als auch äußerlich vielfältig angewendet erden. Schon im ersten nachchristlichen Jahrhundert erwähn Plinius die als Heilkraut. 

Die Echte Kamille gehört zu den Pflanzen, die den Menschen mit der Erfindung des Getreideanbaus vor ca. 6000 Jahren als typisch Ackerwildkraut aus Südeuropa und dem Nahen Osten nach Mitteleuropa begleiteten. auch Mohn, Kornblume, Kornrade und Feld-Rittersporn gehören in diese Gruppe. Wenn die beiden letzteren Arten heute kaum noch bekannt sind, dann liegt das am drastischen Rückgang des Ackerbegleitpflanzen seit der verstärkten Anwendung von Spritzmitteln in den fünfziger Jahren. Heute wird erfolgreich versucht, diese Pflanzen durch sogenannten Ackerrandstreifenprogramme Lebensräume zu schaffen: Landwirte verpflichten sich, die Randzonen von Äckern nicht mit Pestiziden und Dünger zu behandeln und erhalten Entschädigungen für eventuelle Ernteverluste. die neu entstandene Vielfalt auf den Feldern hilft auch bedrohten Vogelarten wir z.B. dem Rebhuhn.