Foto Weiße Taubnessel
Weiße Taubnessel -Lamium album

Kinder pflücken manchmal die weißen Blüten ab und saugen am Hinterende. Es schmeckt tatsächlich ein wenig süß, da die Blüten Nektar enthalten. Nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum finden die Kinder auch schnell heraus, dass Taubnesselblätter weniger scharf gezähnt sind als Brennnesselblätter, und natürlich, dass sie nicht brennen. Bei näherem Hinsehen haben Weiße Taubnesseln mit Brennnesseln nur die Standortvorlieben gemeinsam: Ein Stickstoffzeiger, die an Gebüschsäumen, Zäunen und Wegrändern wachsen. Weiße Taubnesseln gehören zu den Lippenblütengewächsen:
Die fünf Blütenblätter sind zu einer Röhre mit einer sogenannten Unterlippe aus drei Blütenblättern und einer Oberlippe aus zwei Blütenblättern verwachsen. Der Stängel ist vierkantig und die Blüten stehen fünf bis acht in den „Etagen“ der Blattachseln. 

Im Garten nehme Taubnesseln manchmal überhand, da sie sich nicht nur durch Samen, sondern auch durch Ausläufer vermehren. Ihr Vorkommen kennzeichnet stickstoffreiche Standorte, an denen nicht zusätzlich gedüngt werden sollte. Weiße und andere Taubnesseln sind bevorzugte Bienen- und Hummelpflanzen, die besonders lange, nämlich von April bis Oktober, blühen. Ein Flecken Taubnesseln, der z.B. am Kompost wachsen darf, ist eine der größten Freuden, die Bienen und Hummeln gemacht werden kann. 

Die Weiße Taubnessel ist auch ein wenig bekanntes Heilkraut mit verschiedenen Anwendungsbereichen. Die vitamin- und eiweißreichen jungen Blätter werden von Wildgemüse-Kennern als Salatbestandteil geschätzt. Die Blüten eignen sich zur Dekoration und sind ebenfalls essbar. 

Zudem sollen Weiße und Gefleckte Taubnesseln (mit rosa Blüten) günstigen Einfluss auf das Wachstum von Kartoffeln haben. Einen Versuch ist es wert.