Foto Giersch
Giersch, Geißfuß - Aegopodium podagraria

In Juni und Juli erblühen an krautreichen Gebüschrändern die weißen Dolden des Gierschs, der wegen der Form seiner Blätter auch Geißfuß genannt wird. Es ist aber auch an nähstoffreichen Stellen in Gärten, an Hecken und Wegrändern zu finden. Durch seine Verbreitung nicht nur über Samen, sondern vor allem über weißliche unterirdische Ausläufer kann er im Garten viel Arbeit verursachen. Der britische Gartenbuchautor Michael Chinery gibt dazu den guten Rat: „Wenn Sie sich gar nicht mehr zu helfen wissen, können Sie den Giersch auch essen!“ Es handelt sich hier nicht um einen Auswuchs der (zu Unrecht) berüchtigten britischen Küche: Auch in Westfalen wurden die Blattstiele als Frühjahrsgemüse verzehrt. Junge Gierschblätter lassen sich gut für Salate, Gemüse und Suppen verwenden, die älteren Blätter schmecken herzhafter und können feingehackt als Würze zugegeben werden. 

In der Volksheilkunde wurde Giersch als Mittel gegen Rheuma und Gicht (lateinisch: podagra) benutzt. In der Homöopathie finden heute Gierschauszüge Verwendung. 

Die enorme Ausbreitung des Gierschs über Ausläufer erfüllt an natürlichen Standorten eine sehr wichtige Funktion: die Befestigung des Bodens an Bachufern oder Böschungen. Die Durchwurzelung verhindert, dass der Boden durch Regen und Wind abgetragen wird. 

In Nordamerika ist der Giersch ein Neueinwanderer und vornehmlich in Dörfern zu finden. Inzwischen geht es eine Zuchtform mit grün-weißen Blättern, die dort als Bodendecker in Gärten gepflanzt wird.