Weißer Gänsefuß, Weiße Melde - Chenopodium album

Foto Weißer Gänsefuß
Weißer Gänsefuß, Weiße Melde - Chenopodium album

Wenn irgendwo ein Stückchen Boden offen liegt, ist der Weiße Gänsefuß garantiert unter den Erstbebsiedlern. Er ist „die“ einjährige Pionierpflanze auf offenen Böden und erscheint in Abhängigkeit von den Standortbedingungen in verschiedenen Größen von winzigen, 5 – 10 cm hohen Pflänzchen bis zum 1,5 m großen Prachtexemplar. 

Über die Bedeutung der Einjährigen wurde schon berichtet: Sie verhindern die Abtragung des Bodens durch Regen und Wind, bis sie von mehrjährigen Stauden überwuchert werden, die den Boden dann endgültig festhalten. 

Seinen Namen erhielt der Weiße Gänsefuß wegen der Form seiner Blätter. Heute gilt er nur noch als lästige Wildpflanze, die in der Stadt vor allem auf Baumscheiben und in Zierbeeten wächst und den Gesamteindruck stört. Eine spektakuläre Zierpflanze ist der Weiße Gänsefuß mit seinen kleinen grünen Blüten sicherlich nicht, er ist aber eine der ältesten Nutzpflanzen Mitteleuropas und wurde von unseren Vorfahren hoch geschätzt: Im Frühjahr kann die ganze Pflanze wie Spinat zubereitet werden, später sollten nur noch die Blätter und jungen Triebe Verwendung finden. Der Weiße Gänsefuß ist reich an Eisen, Calcium, Vitaminen und Eiweißen, er enthält sogar mehr Eisen und Eiweiße als Spinat. Die ölhaltigen Samen wurden früher zu Mehl gemahlen und zu Brot und Kuchen verarbeitet. Ihr Geschmack erinnert an Buchweizen. Sogar roh sind sie genießbar, was auch Grünfinken, Haussperlinge und andere Vögel zu schätzen wissen. 

Eigentlich sollt der Weiße Gänsefuß wieder einen Platz im Gemüsegarten erhalten: Er ist gesund, anspruchslos und pflegeleicht. (Letzteres schon deswegen, weil in diesem Beet die wilden Gänsefuß-Kollegen nicht gejätet werden müssen.)