Tüpfel-Johanniskraut - Hypericum perforatum

Foto Tüpfel-Johanniskraut
Tüpfel-Johanniskraut

Auf sonnigen, mageren Wieden, älteren Brachflächen oder an Bahndämmen erscheinen ab Juni die goldgelben Blüten des Tüpfel-Johanniskrautes. Seinen Namen hat er daher, das es um Johanni (24.Juli) zu blühen beginnt. Im Heu fallen die harten, mit zwei deutlichen fühlbaren Längsleisten versehenen Stängel auf. Auf den Blättern sind bei näherem Hinsehen Tüpfel erkennbar die das Blatt wie perforiert aussehen lassen. Diese Tüpfel sind Sekretbehälter, die auf leichten Druck mit dem Finder hin den Farbstoff Hypericin entlassen. Die Druckstelle färbt sich blutrot. Daher wird das Kraut auch „Johannisblut“ genannt. Es ist eine alte Heilpflanze, die schon Dioskurides (40 – 80 n.Chr.) erwähnt. Das Hypericin und weitere Wirkstoffe sind Heilmittel gegen Nervosität, Schlaflosigkeit und Depressionen. Das rote Johanniskrautöl kann bei Wunden und Rheuma angewendet werden. Wegen der merkwürdigen Rotfärbung war das Tüpfel-Johanniskraut, auch Hexenkraut genannt, als Zaubermittel bekannt: In der Mittsommernacht gepflückt sollte es den Hexen, Geistern und auch Blitzschlag abwehren.                                  

Die Blüten des Tüpfel-Johanniskraut enthalten kaum Nektar, produzieren aber viel Blütenstaub. Als Pollenpflanze ernährt es somit viele Insektenarten, von denen es als Gegenleistung bestäubt wird. Wird eine Blüte nicht bestäubt, tritt Selbstbestäubung ein: Die Blüten- und Staubblätter neigen sich bei Verblühen nach innen zur Narbe. 

Auf den Blättern des Johanniskrautes leben den ganzen Sommer über kleine, kugelige, stahlblaue, bronzegrüne oder lackschwarze Blattkäfer der Art Chrysomela geminata. Die ernähren sich ausschließlich von Johanniskraut-Blättern.