Kanadische Goldrute - Solidago canadensis, Späte Goldrute - Solidago gigantea

Foto Kanadische Goldrute
Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Auf langen beblätterten Stängeln erblühen im Spätsommer die Blütenstängel der Goldruten. Sie bestehen aus vielen goldgelben Einzelblüten, die von unzähligen Bienen, Schmetterlingen, Hummeln, Käfern und anderen Insekten umschwärmt werden. 

Die beiden Goldruten-Arten sind nur noch durch genaues betrachten auseinanderzuhalten: Die Stängel der Kanadischen Goldrute sind dicht abstehend behaart, die der Späten Goldrute dagegen kahl und im oberen Teil etwas bereift. 

Beide Arten lieben warme, sonnige Standorte mit lockerem, nährstoff- und basenreichen Boden. Hier können sie bis zu 2,5 m hohe Bestände bilden. Sie nehmen aber auch mit ungünstigeren Standorten vorlieb. Dort finden sich dann kleinere Exemplare. Goldruten bilden über Wurzelausläufer dichte Bestände, die andere Pflanzen verdrängen und daher recht einheitlich aussehen. 

Die Goldruten wurden im letzten Jahrhundert als Zierpflanzen aus Nordamerika nach Europa eingeführt. Hier verwilderten sie rasch und gelten heute als eingebürgert. 1853 wurde die Kanadische Goldrute als Wildpflanze in Westfalen nachgewiesen. Die Späte Goldrute tauchte erst wesentlich später auf. Ihren Namen hat sie von ihrer im Vergleich zur Kanadischen Goldrute längeren Blütezeit. Im Gebiet um Lüdenscheid ist die Kanadische Goldrute häufiger anzutreffen als ihre Verwandte.  

Heute sind Goldruten vielfach an Bahndämmen, Wegrändern und auf Brachflächen zu finden. In Gärten werde sie kaum noch kultiviert. Es gibt inzwischen Züchtungen mit verkürztem Stängel. Wer einen sonnigen Platz frei hat und gern Schmetterlinge „wie zu Omas Zeiten“ beobachten möchte, der sollte sich Goldruten in den Garten holen.