Foto Großes Schöllkraut
Großes Schöllkraut - Chelidonium majus

Das Schöllkraut ist von alters her ein Siedlungsbegleiter des Menschen. Es ist so stark an menschliche Siedlungen gebunden, dass es auch als Siedlungszeiger bezeichnet  wird. Sein Auftreten in der freien Landschaft kann als Hinweis auf eine ehemalige Siedlung gewertet werden. 

In der Stadt findet man das Schöllkraut häufig an Mauerfüßen und Wegrändern. Es ist sehr schattenverträglich und liebt stickstoffreiche Standorte. 

Das Große Schöllkraut ist ein bis zu 70 cm hohe, gelbblühende, mehrjährige Staude, der ihre Verwandtschaft mit dem Mohn nicht anzusehen ist. Wie alle Mohngewächse enthält sie einen Milchsaft. Dieser ist auffällig orangegelb gefärbt und tritt bei Verletzungen aus Stängel und Blättern aus. Früher wurde er benutzt um Warzen auszuätzen. Die Wirkung ist jedoch sehr zweifelhaft. Der Milchsaft kann die Haut angreifen und Blasenbildungen hervorrufen. Er enthält narkotisch wirkende Alkaloide. Das Schöllkraut ist gleichermaßen Gift- und Heilpflanze. Das frische Kraut riecht beim Zerreiben widerlich und narkotisch. Sein Geschmack ist brennen scharf und bitter. Deshalb wird es von Schnecken und Weidetieren gemieden. Beim Menschen kann der Verzehr größerer Mengen des Krautes Vergiftungserscheinungen wie Schwindel und Kreislaufstörungen bis hin zum Kollaps auslösen. Das kommt wegen des üblen Geschmacks des Krautes jedoch kaum vor. Unter ärztlicher Anleitung verabreicht wirkt das Schöllkraut jedoch krampflösend, beruhigend und schmerzstillend. Ein bekanntes Schöllkrautpräparat ist die nach einem Arzt des 19. Jahrhunderts benannte Rademachersche Tinktur. 

Durch übertriebenes Ordnungsdenken wurden die Wuchssorte des Schöllkrautes vielerorts vernichtet. Dabei ist es eine sehr dekorative, von Mai bis Oktober blühende Staude, die auch in schattige Winkel Farbe bringen kann.