Foto Ruprechtskraut
Ruprechtskraut - Geranium robertianum

Vom Mai bis zum Frost sind an feuchten, wenig besonnten Mauerfüßen und unter schattigen Bäumen zarte, bis zu einem halben Meter hohe Pflanzen mit filigranen Blättern und vielen kleinen rosa Blüten zu finden. 

Bricht ein Vorübergehender eine der hübschen Blüten ab, um daran zu riechen, dringt ihn ein widerlicher Geruch in die Nase, der der Pflanze den Namen „Stinkender Storchschnabel“ eingebraucht hat. Der Geruch entsteht durch chemische Inhaltsstoffe, die die Pflanze erfolgreich vor Insektenfraß bewahren. 

Der Name „Storchenschnabel“ bezieht sich auf die Form des Fruchtstandes, der in reifen Zustand langgestreckt absteht und an einen Storchenschnabel erinnert. Auch die beliebten Geranien im Blumenkübel bilden solche Fruchtstände, aus, wenn die abgeblühten Blütenstände nicht entfernt werden. 

Zur Fruchtreife werden die Samen bis zu mehreren Metern von der Pflanze weggeschleudert. 

Die Blütenstängel des Ruprechtskrautes führen witterungsabhängige Wachstumsbewegungen aus: Bei Regen und während der Nacht hängen deshalb die Blüten nach unten, am Tag heben sie sich wieder dem Licht entgegen. 

Das Ruprechtskraut enthält ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe und wurde schon im Mittelalter zur Behandlung von Wunden und Entzündungen eingesetzt. Seinen Namen hat es von Heiligen Ruprecht, der es verwendet haben soll.  

Es eignet sich gut als Bepflanzung im Schatten von Bäumen oder in dunklen Gartenecken, in denen lichtbedürftige Arten nicht gedeihen können. Schon Plinius bemerkt zum Thema Garten: „ Lasst uns nicht Dinge ihres Wertes und ihres Ansehens berauben, nur eil sie gewöhnlich und kostenlos sind.“