Ausdauerndes Gänseblümchen - Bellis perennis

Foto Ausdauerndes Gänseblümchen
Ausdauerndes Gänseblümchen - Bellis perennis

Bellis“ nannten es schon die Römer: „das Schöne“. Im deutschsprachigen Raum hat es viele freundliche Namen: „Tausendschön“, „Marienblume“ oder „Maßliebchen“ (niederländisch: „maagdelieve“: der Magd (Maria) lieb). Die Germanen weihten es der Frühlingsgöttin Ostrara. Doch das Gänseblümchen blüht nicht nur im Frühjahr sondern das ganze Jahr über. Das ist eine für einheimische Pflanze ungewöhnliche Leistung. Die Blütenköpfchen des Gänseblümchens ertragen bei trockener Luft Temperaturen bis zu –15°C, ohne wesentlich geschädigt zu werden. Sie vollführen außerdem „Schlafsbewegungen“: Bei Regen und während der Nacht schließen sich die Blütenköpfchen und hängen herab. Im Morgenlicht richten sie sich dann wieder auf, öffnen sich und wenden sich der Sonne zu. 

Gänseblümchen und ihre gefüllten weißen, rosa und roten Zuchtformen („Ringelröschen“) werden schon seit über 200 Jahren in westfälischen Bauerngärten angepflanzt. Heute findet man Gänseblümchen vor allem in Zierrasen. Durch ihren niedrigen Wuchs entgehen sie dem häufigen Schnitt. Da konkurrierende, höher wachsende Gräser und Kräuter kurz gehalten werden, genießen die Gänseblümchen volles Sonnenlicht. Seit der „englische“ Zierrasen aus der Mode gekommen ist, vermehren sich Gänseblümchen und andere schnittverträgliche Kräuter wieder. 

Das ist eine erfreuliche Tatsache, denn abgesehen von den nun auf die Rasenflächen zurückgehrten Insekten hat auch der Mensch vielfältigen Nutzen vom Gänseblümchen: Es ist eine Heilpflanze, die bei Leber-, Nieren und Blasenerkrankungen Linderung bringt. Wegen seiner blutreinigenden Wirkung ist es Bestandteil von Frühjahrskuren. 

Auch in der Küche können sie frischen jungen Blätter für Salate, die älteren als Würzkraut verwendet werden. Die in Essig eingelegten Knospen eignen sich als Kapernersatz.