Schmalblättriges Weidenröschen - Epilobium angustifolium

Foto Schmalblättriges Weidenröschen
Schmalblättriges Weidenröschen - Epilobium angustifolium

Im Hochsommer leuchten auch in der Stadt an vielen Weg- und Straßenrändern die roten, bis zu mannshohen Stauden des „Feuerkrautes“. Diesen Namen erhielt das Schmalblättrige Weidenröschen aufgrund seiner Lebensweise: 

Es ist eine typische Pionierpflanze auf Walsschlägen, die natürlicherweise durch Windwurf, Überalterung oder eben durch Feuer entstehen. Solche Kahlstellen im Wald werden zunächst von Stauden wie dem Schmalblättrigen Weidenröschen oder dem Roten Fingerhut gemeinsam mit Vorwaldgehölzen wir Birken, Weiden und Pappeln besiedelt, in deren Schutz die langlebigen Waldbäume wie Eichen oder Rotbuchen heranwachsen, die die Pionierpflanzen dann schließlich verdrängen.  

Da Schläge in der Regel weit voneinander entfernt entstehen, bildet das Schmalblättrige Weidenröschen - ebenso wie der nicht verwandte Löwenzahn - Samen mit einem Haarkranz aus, die als sogenannte „Schirmflieger“ weit im Wind dahinsegeln. Landen sie an einem ungünstigen Standort, können sie jahrelang im Boden verbleiben, bis ein „günstiger“ Zufall an dieser Stelle einen Schlag entstehen lässt.

Die häufig auftretenden Brände im Westen Nordamerikas stellen solche Chancen für das „fireweed“ (engl.: Feuerkraut) dar: Es ist über die gesamte Nordhalb-kugel von Grönland bis zu den Kanarischen Inseln verbreitet. 

Auf der Halbinsel Kamtschatka im Osten Sibiriens wird aus getrockneten jungen Pflanzen der sogenannte „Kurilentee“ hergestellt. 

Die Samenhaare könne zu Fäden versponnen werden, was der Pflanze auch den Namen „Roter Flachs“ eingebracht hat.

 

In der Küche könne Sprossen wie Spargel zubereitet oder gemeinsam mit den leicht säuerlich schmeckenden jungen Blättern Salaten zugegeben werden.

 

Die ursprüngliche Blütenfarbe des Schmalblättrigen Weidenröschen ist purpurrot, es gibt aber auch rosa oder weiße Varianten, die als Gartenpflanzen angeboten werden. Sie sind allerdings nur in großen Gärten empfehlenswert, da sie über Wurzelausläufer große Bestände aufbauen. Solche Bestände bieten in großzügig angelegten Gärten lange einen prächtigen Blickfang.