Großblütige Königskerze - Verbascum densiflorum, Kleinblütige Königskerze - Verbascum thapsus

Foto Kleinblütige Königskerze
Kleinblütige Königskerze - Verbascum thapsus

Im Herbst leuchten an Bahndämmen, Wegsäumen und auf steinigen Flächen die gelben Blütenstände der Königskerzen. Die beiden Arten sind auf den ersten Blick kaum voneinander zu unterscheiden: Die Blüten der Großblütigen Königskerze werden jedoch bis zu 4 cm breit, die der Kleinblütigen Königskerze nur bis zu 2 cm. 

Königskerzen sind zweijährige Pflanzen: Aus den Samen entstehen im ersten Jahr Blattrosetten, aus denen im zweiten Jahr die Stängel mit den Blütenständen treiben. Nach dem Aussamen sterben die Pflanzen ab. 

Die Großblütige Königskerze kann bis zu drei Meter hoch werden, die Kleinblütige Königskerze jedoch nur bis zu 1,7 m. Beide Arten sind an steinige, trockene, sonnige Standorte angepasst: Sie besitzen eine Pfahlwurzel, mit der sie rasch tiefere, wasserhaltige Bodenschichten erreichen können. 

Die Blätter sind von einem dichten Haarfilz bedeckt, einem wirksamen Verdunstungsschutz, der den Pflanzen den Namen „Wollblume“ eingebracht hat. 

Die Blüten der Großblütigen Königskerze riechen nicht nur gut, sondern sind auch ein wichtiger Bestandteil des Brusttees: Sie werden bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege, gegen Verdauungsbeschwerden und äußerlich bei Entzündungen angewendet. Die Samen enthalten ein Narkotikum, das im ersten Weltkrieg zur Schmerzlinderung angewendet wurde. 

Die Pollen der Königskerzen dienen bis in den Spätherbst hinein als Nahrung für Insekten. Jede Samenkapsel enthält bis zu 300 Samen, die von Meisen und anderen Vögeln gern als Winternahrung angenommen werden. Auch überwintern Insekten in den Königskerzenstängeln. 

Wegen ihres eindruckwollen Wuchsbildes werde Königskerzen häufiger in Gärten kultiviert als andere Wildpflanzen. Sie benötigen wenig Pflege und bieten lange einen prächtigen Anblick an sonnigen Standorten.