Foto Brombeere
Brombeere - Rubus fruticosus

Eigentlich gibt es „die“ Brombeere nicht: Allein im Gebiet Deutschlands wachsen ca. 200 Kleinarten von Brombeeren, die sich genauem Hinsehen in Form, Farbe und Anordnung der Blätter, Blüten, Früchte und Stacheln unterscheiden. 

Brombeeren gehören zu den Vorwaldarten, die Waldschläge oder Wegränder besiedeln und damit die erneute Waldbildung einleiten. Auch in Hecken, an Bahndämmen und auf älteren Brachflächen sind sie anzutreffen. 

Die glänzend schwarzen Früchte der Brombeeren sind sogenannte Sammelsteinfrüchte aus 20 bis 50 Einzelfrüchten, von denen jede einen Kern enthält. Wegen dieser vielen Kerne werden die Brombeeren häufig zu Gelee verarbeitet. Das ist nicht im Sinne der Pflanzen: Die süßen Früchte sollen von Tiefen gefressen und über deren Verdauung (die die Kerne unbeschadet überstehen) verbreitet werden. 

Brombeeren sind aber auch weniger bekannte Heilpflanzen: Die jungen Blätter und die Früchte enthalten Gerbstoffe, ätherische Öle und anorganische Säuren, die Früchte zusätzlich viel Vitamin C. Brombeeren finden bei Erkältungskrankheiten, Blutungen und Verdauungsbeschwerden Anwendung. 

In früheren Zeiten wurden auch Farbstoffe aus Brombeeren gewonnen: Orange aus den Wurzeln, Schieferblau aus den Beeren und dunkle Farbtöne aus den jungen Sprossen. 

Im Naturhaushalt spielen Brombeeren eine wichtige Rolle. Sie bieten Unterschlupf, Nistmöglichkeiten und Nahrung für Säuger, Vögel und Insekten. So hat sich z.B. die Raupe des Brombeerzipfelfalters auf die Pflanze spezialisiert. 

Für den Garten gibt es inzwischen auch stachellose Brombeerzüchtungen. 

Ein  stacheliger, undurchdringlicher Brombeerbusch ist jedoch die freundlichste Einladung des Gärtners an Rotkehlchen, Zaunkönig und Igel.