Stau durch A45-Sperrung

Die Vollsperrung der A45

Was bedeutet die gesperrte Brücke für den Verkehr auf der A45?

Die A45 ist seit dem 2. Dezember zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Die Lebensader der Region Südwestfalen, der bundesweit drittgrößten Industrieregion, ist damit durchtrennt.

Rund 65.000 Fahrzeuge, die vor der Vollsperrung pro Tag über die Talbrücke Rahmede gefahren sind, müssen jetzt über die Bedarfsumleitung in Lüdenscheid umgeleitet werden. Laut Autobahn GmbH und Straßen.NRW gelingt es dank großräumiger Umleitungen, rund zwei Drittel des Verkehrs schon weit vor Lüdenscheid umzuleiten.

Welche Umleitungen gibt es für den Fernverkehr?

Der Fernverkehr wird weiträumig umgeleitet. Folgende Vorkehrungen hat die Autobahn GmbH dafür getroffen:

  • An den Autobahnkreuzen Olpe-Süd und Westhofen wird über die A1, A3 und A4 in Richtung Köln und über die A44 und A7 über Kassel geführt.
  • Sogenannte dWiSta-Tafeln (Dynamische Wegweiser mit integrierten Stauinformationen) sowie LED- und Blechbeschilderung weisen auf die Vollsperrung und die großräumige Umleitung hin.
  • An beiden Autobahnkreuzen sowie bei Westhofen wurden die Fernziele Dortmund und Frankfurt am Main auf den blauen Hinweistafeln "gestrichen", also mit einem roten X versehen.

Wie viele Fahrzeuge werden täglich von der A45 kommend über die Bedarfsumleitung und zurück auf die Autobahn geführt?

Rund 25.000 Fahrzeuge kommen von der A45 und nutzen Lüdenscheid als Umleitung. Bei etwa 6500 davon handelt es sich um Lkw. Diese Zahlen nennt Straßen.NRW.

Wie wird der Verkehr umgeleitet, der von der A45 kommt und durch Lüdenscheid fährt?

In Lüdenscheid ist eine sogenannte Bedarfsumleitung ausgeschildert. Die U16 führt von der Anschlussstelle Nord über folgende Straßen zur Autobahn-Auffahrt Mitte:

  • L692
  • Heedfelder Straße
  • "Im Grund"
  • Altenaer Straße
  • Lennestraße
  • Werdohler Landstraße
  • Brunscheider Straße

Die U39 führt den Verkehr über dieselben Straßen in entgegengesetzter Richtung über die Bedarfsumleitung und damit von der Anschlussstelle Mitte zur Autobahn-Auffahrt Nord.

Für die Bedarfsumleitung ist der Landesbetrieb Straßen.NRW zuständig.

Wie wirkt sich die Vollsperrung der A45 auf Lüdenscheid aus?

Was bedeutet das für den Verkehr in Lüdenscheid und für Menschen, die entlang der Umleitungsstrecken leben und arbeiten?

Der von der Autobahn umgeleiteten Fahrzeuge bedeuten eine immense Belastung für den innerstädtischen Verkehr. Insbesondere zu Stoßzeiten kommt es vor allem auf den Straßen, die die Bedarfsumleitung bilden, immer wieder zu längeren Rückstaus und Wartezeiten.

Außerdem weichen leider immer noch viele Verkehrsteilnehmende auf Nebenstraßen aus. Dadurch hat sich das Verkehrsaufkommen in Wohngebieten deutlich erhöht - und damit auch die Gefahrenlage. Immer wieder fahren sich Lkw zudem in Straßen fest, die nicht für den Schwerlastverkehr ausgelegt und beispielsweise zu schmal sind. Die Folge: lange Rückstaus und Schäden an Verkehrsschildern, Bordsteinen und auch privatem Eigentum.

Polizei und Ordnungsamt stellen darüber hinaus immer wieder fest, dass sich Verkehrsteilnehmende nicht an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit halten. Das ist vor allem in verkehrsberuhigten Zonen (Tempo 30) gefährlich.

Wie wirkt sich das erhöhte Verkehrsaufkommen auf Anwohner aus?

Vor allem Anwohner, die entlang der Umleitungsstrecken leben, klagen über massive Luftverschmutzung und einen dauerhaft hohen Lärmpegel. Wegen des massiv erhöhten Verkehrsaufkommens könnten sie teilweise weder die Fenster öffnen noch nachts schlafen. Die Straße zu überqueren, sei phasenweise unmöglich und insbesondere für Kinder brandgefährlich.

Weitere Probleme: deutlich verlängerte Fahrzeiten, Beschädigungen an am Straßenrand geparkten Fahrzeugen und Probleme dabei, sich in den Verkehr einzuordnen bzw. vor dem eigenen Haus bzw. der Wohnung einzuparken. Zudem sorgen sich Hausbesitzer um den Wert ihrer Immobilien. Die psychische Belastung sei enorm - zumal der Ersatzneubau der Talbrücke noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird.

Diese Probleme nennen auch viele Menschen, die entlang der Nebenstrecken wohnen.

Wie wirkt sich das erhöhte Verkehrsaufkommen auf Unternehmen aus?

Unternehmen, Dienstleister und Gastronomen müssen deutlich längere Fahrzeiten einplanen.

Weil die Auslieferung von Waren, aber auch die Anlieferung von Material deutlich mehr Zeit kostet, berichten erste Firmen davon, weniger Aufträge zu erhalten.

Vor allem Gewerbetreibende, deren Firmensitz an der Bedarfsumleitung oder in der Nähe liegt, klagen über einen teilweise deutlichen Kundenrückgang und entsprechende finanzielle Einbußen. Erste Unternehmen fürchten wegen der schwierigen Verkehrssituation bereits um ihre Existenz.

Viele Arbeitnehmer pendeln täglich nach Lüdenscheid. Ob sie dazu bereit sind, die schwierige Verkehrssituation mit deutlich verlängerten Fahrzeiten über Jahre auf sich zu nehmen, ist fraglich. Arbeitgeber machen sich große Sorgen über eine verstärkte Abwanderung von Personal und Fachkräften.

Wie wirkt sich das erhöhte Verkehrsaufkommen auf das städtische Straßennetz aus?

Die Belastung der Straßen hat sich immens erhöht. Das gilt vor allem für die Bedarfsumleitung, aber auch für Nebenstrecken. Immer wieder werden Risse und Schlaglöcher gemeldet. Mittel- und langfristig werden die Straßen sicherlich erneuert werden müssen. Das Hauptproblem ist der Schwerlastverkehr.